Bach-Fuge auf dem Akkordeon

Konzert in evangelischer Kirche in Wörrstadt

Vom 16.02.2008
 
Von Thomas Thörle

WÖRRSTADT Klangwelten von seltener Vielfalt und Reinheit erlebten die Hörer beim Konzert zur Passion in der evangelischen Kirche. Es erklangen dabei Werke von großen Meistern aus verschiedenen Musikepochen. Der besondere Reiz des Konzertes bot sich durch das Agieren von Alexandre Bytchkov, einem begnadeten Akkordeonisten aus Sankt Petersburg.

Der am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz und an verschiedenen Musikschulen arbeitende Dozent und Akkordeonlehrer zeigte, wie gut sich dieses Tasteninstrument in einem klassischen Konzert anhört. Höhepunkt seines filigranen Akkordeonspiels bildete die Interpretation von Bachs "Fuge in G-Dur". Sein Instrument klang dabei wie eine prächtige Kirchenorgel. Bytchkovs Hände sausten über die Tastatur und entlockten dem Instrument ganz intensive Klänge.

Besonders schön und authentisch erklang Bachs berühmte "Toccata d-moll" im virtuosen Spiel Alexandre Bytchkov. An seiner Seite brillierte die ausdruckstarke Mezzosopranistin Simone Garnier. Die Trägerin vieler Preise hat sich als gefragte Solistin für Kirchenkonzerte einen Namen in der internationalen Musikwelt gemacht.

Davon konnten sich jetzt die Besucher des Passionskonzertes überzeugen. Ihr weiches, ausdrucksvolles Timbre kam in den Arien voll zur Geltung.

Gemeinsam hatte sie mit dem Akkordeonisten Mozarts "Ave verum" interpretiert. Sie interpretierte ihre Partien mit ausgereifter Musikalität, etwa in Pergolesis "Stabat Mater", und unterstrich das Gesungene mit Gestik und Mimik. Selbst höhere Lagen stellten sie vor kein stimmliches Problem. Voller Dramatik und Hingebung wirkte ihre Interpretation des "Pie Jesu" aus Gabriel Faurés "Requiem".

Seit gut einem Jahr treten beide Künstler als Duo auf. Auch in Wörrstadt haben Bytchkov und Garnier ihre musikalische Visitenkarte schon einmal abgegeben, wie Kantor Stephan Lennig in seiner Begrüßung erinnerte. Ein rundum geglückter Auftritt der beiden Künstler endete mit dem "Agnus Dei" aus Rossinis "Petite Messe Solonelle". Ohne Zugabe wurden Simone Garnier und Alexandre Bytchkov vom beeindruckten Publikum nicht entlassen.

Über den Wassern schwebte mit einer Energieleistung Simone Garnier als Maria, die kein Mikrofon gebraucht hätte...”
Reinhold Gries (Offenbach Post) zum Klassik-Pop-Oratorium “Maria”
am 29.11.2016 in der Kath.Kirche St. Pankratius, Offenbach-Bürgel

 

Romantische Lieder über die Liebe
Sie möchte ihr Publikum fesseln, es mit ihrer Stimme bewegen und rühren...
Ebenso dramatisch und tragisch, hoffnungsvoll und sehnsüchtig wie die textlichen Vorgaben waren, schaffte es Simone Garnier dank ihrer vielseitigen Stimme, die Geschichten musikalisch lebendig werden zu lassen. Erfüllte die Sängerin bei Schumann die Kirche mit einer hellen und leicht anklagenden Stimme, wenn sie die einzelnen Stadien von der ersten Begegnung und Berührung an bis hin zum schmerzvollen Tod besang, so ertönte ihre Stimme eine Nuance dunkler und wärmer bei der Interpretation der Wagnerschen Lieder. Die Pianistin Brigitte Hertel kreierte indessen mit ihrem zauberhaften Klavierspiel eine klanglich schöne Untermalung, die dem Gesang einen passenden Rahmen lieferte.
Auf jeden Fall kam deutlich zum Ausdruck, dass die beiden Künstlerinnen ein eingespieltes Team sind.
(Taunus Zeitung zum Konzert "Auf leuchtendem Gefieder"
in der ev. Kirche Friedrichsdorf am 11.11.2007)

 

Wer an Seemannslieder oder Folklore gedacht hatte, lag falsch
Simone Garnier und Alexandre Bychkov begeistern Zuhörer beim Nachmittagskonzert

NEU-ANSPACH (eri). Ein Nachmittagskonzert für Singstimme und Akkordeon war für den vergangenen Sonntag in der evangelischen Kirche von Neu-Anspach angekündigt. Wer an Seemannslieder oder Folklore gedacht hatte, lag jedoch völlig falsch. Das Akkordeon ist ein vielseitiges Instrument. Es kann wie eine Orgel klingen und überdies pianissimo gespielt werden. Es kann auch wie seine große Schwester, die Orgel, Orchesterinstrumente imitieren. Der Solist des Abends, Alexandre Bytchkov, beherrscht sein Instrument virtuos. Das bewies er mit seinen zwei Solodarbietungen, der Fuge in G-Dur und der Toccata in d-Moll, beide von Johann Sebastian Bach. Letzteres ist ein Paradestück für Orgel und erklang auch bei Bytchkov, wie auf einer großen Orgel gespielt.
Als Liedbegleiter spielte er einfühlsam und zurückhaltend, variierte die Instrumentation mit sicherem Geschmack ganz nach den Erfordernissen der Kompositionen.
Bytchkov hat an der Musikfachschule und der Staatlichen Hochschule für Kultur in Petersburg Konzertakkordeon studiert und ist nun Dozent am Peter-Cornelius-Konservatorium von Mainz. Er ist Preisträger vieler internationaler Wettbewerbe.
Simone Garnier gelangte erst auf Umwegen zu ihrer Karriere als Sängerin, ist nun aber eine gefragte Solistin für Kirchenkonzerte und Oratorien, bei Operngalas und Konzerten. Ihre Stimme klingt warm und voll und ist auch in den Höhen angenehm zu hören. Das "Ave Verum" von Wolfgang Amadeus Mozart erklang bei ihr hinreißend zart und innig.
Sie hatte damit sofort die Herzen der Zuhörer gewonnen. Simone Garnier sang es als Zugabe noch einmal. Die Komponisten Henry Potiront, Maurice Blazy, Gabriel Fauré und Cäsar Frank haben jeweils ganz verschieden ein "Ave Maria" vertont. Es war spannend zu erleben, wie Simone Garnier und ihr Begleiter die unterschiedlichen Charaktere der Stücke herausarbeiteten.
Eine Arie aus dem Requiem von Gabriel Fauré sang Simone Garnier ruhig, mit ihrem volltönenden Mezzosopran, dagegen brillierte sie in der folgenden Cavatina aus dem "Stabat Mater" von Giacchino Rossini mit der Beweglichkeit ihrer Stimme und hohen Lagen.
Das bekannte Largo aus "Xerxes" von Georg Friedrich Händel gelang ihr betörend schön. Mit dem "Agnus Dei" aus der "Petite Messe Solenelles" von Giacchino Rossini konnte die Sängerin noch einmal einen Höhepunkt an dramatischer Ausdruckskraft setzen.
Begeisterter Applaus. Schade, dass so wenig Anspacher den Weg in die Kirche gefunden hatten. Der Kulturbeauftragte der evangelischen Kirchengemeinde, Siegfried Rohde, hat wieder sein "gutes Händchen" bei der Auswahl der Konzerte bewiesen.
(Usinger Anzeiger, 10.10.2007)

 

“Zwischen Vamp und Diva macht die Stimme alles mit

                                                           

Friedrichsdorf. Simone Garnier hat eine warme ausgereifte Stimme, die mit dem trockenen Gewölbe in Garniers Keller bestens zurecht kommt. „Ich komme, ich komme“, ruft die stattliche Mezzosopranistin mit der prachtvollen schwarzen Mähne ins Publikum und steht sogleich auf der Bühne. Mit von der Partie, ihr „Orchester“, ihre Musik, ist Alexandre Bytchkov mit seinem Akkordeon. „Von Brecht bis Bizet“ ist der Abend zu Ehren des fünfzigjährigen Bestehens der „Theatergruppe Friedrichsdorf“ betitelt und will es mit dem großen Bogen dem weitgespannten Horizont dieses Ensembles gleich tun.

Drei Lieder eröffnen das Programm mit ganz unterschiedlichen Stimmungen, denen die Sängerin mit Leichtigkeit gerecht wird. Dem heiteren Mozart folgt ein nachdenklicher Pergolesi und ein lustiger Vivaldi mit todtraurigem Text. Das Libretto wurde erstmals im Jahr 1726 beim Karneval von Venedig aufgeführt.

Das „Concerto grosso“ für Akkordeonsolo vermittelt den Zuhörern eine Vorstellung von Bytchkovs Meisterschaft. Der Russe, auch „Paganini am Akkordeon“ genannt, absolvierte die staatliche Musikfachschule in Leningrad. Er ist ausgebildeter Dirigent und Akkordeonlehrer und arbeitet als Dozent am Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz.


Hinterm schwarzen Vorhang hat sich die Sängerin von der Operndiva in den Vamp verwandelt, dem die drei Songs aus der „Dreigroschenoper“ anstehen. Den „Mackie Messer“ singt sie ohne überflüssige Verzierungen, während Bytchkov auf seinem Instrument das verruchte London jener Tage entstehen lässt. Den weiblichen Part, die Seeräuber-Jenny, gibt Simone Garnier nicht nur hinreißend, auch ihr schauspielerisches Können nimmt die Zuhörer für sie ein. Sie kokettiert mit dem Publikum, lässt hier und da einen Kommentar zur Musik fallen. Der Abend beginnt sich zu runden, und man vergisst vor lauter Stimmvolumen und musikalischer Begleitung, wie klein der Keller eigentlich ist.”
(Taunus-Zeitung, 18.06.2007)

 

"Mit all den mimischen und gestischen Möglichkeiten ist
sie begnadet. Tragik, Leiden, Entsetzen, Erwartung,
Befreiung - alles war da, natürlich auch in der
Stimme, die Volumen und Beweglichkeit hatte..."
(Frankfurter Rundschau)



"In ihrer Arie überzeugte Simone Garnier mit ihrer
warm timbrierten, in der Höhe strahlenden Stimme
ebenso, wie mit einfühlsamem, schauspielerischem
Können. Ein rundum gelungener Auftritt, der ihr auch
den Publikumspreis eintrug."
(FAZ zum Wettbewerb im März 2004)



"...Unter den drei Sängerinnen stach vor allem die
Mezzosopranistin Simone Garnier hervor. Sie überzeugte
in "O mio Fernando" aus Donizettis "La Favorita" mit
modulationsreicher Stimme und ausdrucksstarker
Darstellung des Inhaltes und erzielte in der Cavatina
der Rosina "Una voce poco fa" aus Rossinis "Barbier"
eine kokette und charmante Interpretation."
(Hanauer Anzeiger vom 1. November 2004 zur Operngala im
Congress Park Hanau mit Elmar Gunsch (Moderation))




"...hochdramatisch, stimmgewaltig, souverän. Lebt, was
sie singt. Liegt ihr im Blut..."
(Bild-Zeitung zum Wettbewerb im März 2004)



"...beschritt ungewohnte Wege...schlüpfte in die
dramatischen Rollen der Mignon, der Elsa und
Leonora... fulminanter Abschluss: die Arie der Eboli
aus "Don Carlos"...war allen Rollen gewachsen und
schenkte den Partien leuchtende Strahlkraft und
hingebungsvolle Intensität. Ihre Stimme kennt keine
Registerbrüche und in allen dynamischen Schattierungen
weich und geschmeidig."
(Neue Presse/Taunuszeitung zu Konzert in der Englischen Kirche Bad Homburg
 im Oktober 2002)




Die Sopranistin trat überzeugend auf, was den warmen
und angenehm zurückhaltenden Alt von Simone Garnier
ansprechend ergänzte.
(Wiesbadener Kurier vom 18.12.06 zu Bach's Weihnachtsoratorium)



Das Zusammenspiel von Alexandre Bytchkov mit Simone
Garnier entpuppte sich bereits nach wenigen Takten als
wahrer Hochgenuss... Nach dem fulminanten Auftakt mit
einer Arie aus Verdis "Troubadour", in der sich die
Stimmgewalt der Künstlerin in vollendeter Harmonie mit
den einfühlsamen Klängen des Akkordeons verband,
gelangen den Künstlern mit G.F.Händels "Largo" und
einer Arie aus "Der Barbier von Sevilla" von Rossini
besonders eindrucksvolle Interpretationen.
Souverän gab das "Duo der Extraklasse" auch beim
Vortrag der drei Arien aus der Oper "Carmen" von
Bizet.
Dementsprechend engagiert inszenierte Garnier die
Schauspielszenen, während Bytchkov sie einfühlsam
begleitete...
Das Finale bestritten die Künstler mit einem
fantastischen "Agnus Dei" aus Rossinis "Petite Messe
solennelle".
Am Ende winkte dem begeisterten Publikum noch eine
Zugabe, nämlich das heitere Lied "Die Warnung" von
Mozart, das Garnier in köstlicher Manier zum Besten
gab.
Das Urteil des Publikums nach dem gut zweistündigen
Konzert fiel eindeutig aus: Das Projekt "Oper trifft
Akkordeon" hat nicht drei und auch nicht vier, sondern
zweifelsohne fünf Sterne verdient.
(Taunus-Zeitung (15.1.07)zu "Oper trifft Akkordeon")



Auch Simone Garnier wusste zu begeistern, z.B. in der
Rolle der Azucena aus dem "Troubadour", die ihr
scheinbar auf den Leib geschrieben ist...
Doch wer glaubte, in Simone Garnier einen
ausschliesslich dramatischen Mezzosopran zu erkennen,
wurde schnell eines besseren belehrt. Mit Simone
Garnier präsentiert sich eine Stimme mit hoher
Flexibilität und Ausdruckskraft.
(Bericht der Rödelheimer Neuner über den Frühschoppen
auf der Ronneburg 1998)